Jahreswechsel

nun bin ich schon seit 5 Jahren auf dem Hof und immer gibt es noch Baustellen… Aber es hat sich ja auch was getan. Die CO2-Gebäudesanierung ist komplett, d.h. die Fassade dick isoliert, neue Fenster überall, eine Thermosolaranlage und eine neue Heizung, die wahlweise auch mit minderwertigem Getreide betrieben werden kann.

Zünftiges Vesper vom Biohof


Alles für ein zünftiges Vesper an einem Marktstand besorgen – das gibt es bei Andreas Fendt, der in Strittberg einen Biohof betreibt, samstags auf dem Waldshuter Wochenmarkt. Krosses Brot und Vollkornwecken, Dinkelseelen, Butter, vielerlei Käsearten und neuerdings sogar reine Ziegensalami sind im Angebot. Auch frisches Obst und Gemüse wird am Stand verkauft, das gehört für den Bioland-Betrieb einfach dazu.

Besonders fallen die netten kleinen Portionskäse ins Auge – zuallererst die niedlichen runden Ziegenfrischkäse. Bunt belegt sind sie mit 20 verschiedenen getrockneten Blüten, die die reinweiße Masse nicht nur zieren: Die Blüten bringen mit ihren Farben ein paar sekundäre Pflanzenstoffe ins Spiel, die wir für eine ordentliche Funktion aller Körperzellen neben Vitaminen dringend brauchen. Eine Kundin, die sich eben zwei der kleinen Laibe einpacken ließ, schwärmte vom tollen Geschmack: „Das ist etwas ganz Besonderes, wenn ich sie über gegrilltem, noch heißem Gemüse zerlaufen lasse.“ Wenn das Gemüse aus Topf oder Pfanne komme und Flüssigkeit gezogen habe, riet sie weiter, binde der feine Käse die Sauce ein wenig. „Einen Tipp habe ich aus der Provence mitgebracht: Leicht erwärmter Ziegenkäse mit etwas Honig ist zum Dessert ein Genuss.“ Weiter geht es mit Mozzarellakugeln, die wie kleine Säckchen geformt und auch so bräunlich wie Sackleinen gefärbt sind. Dieser Käse ist aus Kuhmilch hergestellt. Die kleinen Laibe bekommen ihre Farbe durch ein spezielles Räucherverfahren. Schnittkäse gibt es natürlich auch, und eine besonders beliebte Sorte, der Heggelbacher Alpkäse, soll demnächst in einer weiteren, 16 bis 18 Monate gelagerten Variante zu haben sein.

„Diese Ziegensalami haben wir neu im Angebot“, erklärte die Verkaufshelferin. „Andere Salamis haben meist trotz ihrer eindeutig klingenden Namen einen gewissen Anteil an Schweinefleisch. Unsere ist zu 100 Prozent aus Ziegenfleisch und deswegen sehr mager. Die Ziegen stammen vom Hof in Strittberg, die Würste stellt eine Waldshuter Bioland-Metzgerei für uns her.“ Und sie schmeckt vorzüglich, sei hinzugefügt, ist mild und aromatisch.

Ach ja, und nicht zu vergessen: Auch fürs Sonntagsfrühstück ist am Fendt’schen Stand bestens gesorgt: Abgesehen von Vollkornwecken und Dinkelseelen gibt es auch Butter- und Laugencroissants sowie Schokocroissants.

Tipp: Beim Heimkommen die Papiertüte samt Inhalt in eine gelochte Plastiktüte geben und am Sonntagmorgen die Gebäcke kurz mit der unterm Wasserhahn befeuchteten Hand abwischen, auf dem Brötchenröster des Toasters von beiden Seiten kurz aufbacken – schmeckt fast wie frisch aus dem Backofen.

Sigrid Lägel

(c) Südkurier

Ade, Du alte Homepage


Da geht sie nun, die schöne alte „homepage“, Ruhe in Frieden… Nur um eine Anekdote ist die neue Seite nun ärmer, die linke Kuh auf dem alten Titelbild ist nämlich Fauna. Aufgenommen habe ich sie 3 Jahre bevor ich überhaupt den eigenen Hof gegründet habe, damals noch auf der Weide in Buchenbach. Daß sie nun hier auf dem Hof ihr Gnadenbrot erhält ist reiner Zufall – oder ???

Weihnachtsplätzchen mit viel Bio

(c) Lägel

Bild: (c) Lägel Ulrich Thielmann aus Waldshut ist Stammkunde an Andreas Fendts Stand auf dem Waldshuter Wochenmarkt – die speziell zum Advent angebotenen Bioplätzchen schmecken ihm sehr gut. „Weihnachtsplätzchen mit viel Bio“

„Weihnachtsplätzchen mit viel Bio“

titelte ein Artikel von Frau Lägel im Marktbummel des Südkurier
Höchsttemperaturen von vorausgesagten 13 Grad Celsius, ein wenig Nebel am Morgen, Sonnenschein – und die Schneefallgrenze weit über 1000 Meter: Selten hat sich der erste Adventssonntag meteorologisch so angekündigt. Vorweihnachtliche Stimmung ist da mehr oder weniger Fehlanzeige und auf dem Wochenmarkt sieht es aus wie im Vorfrühling, vielleicht abgesehen vom Angebot, das die tatsächliche Jahreszeit widerspiegelt. So sind am Stand von Andreas Fendt, Biobauer aus Strittberg, zurzeit leckere Plätzchen aus eigener Produktion zu haben.
Alle Zutaten kommen selbstverständlich aus biologischer Produktion, angefangen vom dunklen Mehl, Fett und Eiern über die Mandeln und Sonnenblumenkerne bis hin zum braunen Rohrzucker und der dunklen Schokolade mit hohem Kakaoanteil (wer weiß schon, dass diese Art Schokolade sogar gut fürs Herz ist?).
„Bio-Knusperkekse“ nennt Fendt bescheiden die feinen Gutsle, die eine seiner Mitarbeiterinnen herstellt. „Die hat noch mehr kreative Ideen in dieser Richtung“, freut sich der Marktmann: „Sie ist recht experimentierfreudig und versucht sich zurzeit auch an Kokospralinen – wenn ihr Vorhaben von Erfolg gekrönt ist, werden wir die vor Weihnachten auch noch mit auf den Markt bringen.“
Zurück zu den schmackhaften und angenehm knusprigen, aber auch für Ältere keineswegs schwer zu beißenden Keksen. Fendts Hof wird seit längerer Zeit mit Energie aus einer großen Photovoltaik-Anlage versorgt – so werden nicht nur die verschiedenen Brotsorten umweltfreundlich gebacken: Für die Kekse profitiert der Hof doppelt von der natürlichen Wärme, denn sie werden dann in den Ofen geschoben, wenn die Brote und Brötchen fertig sind. „Restwärme“ wird das genannt, und die ist immer noch gut genug, den weichen Plätzchenteig zur knusprigen Köstlichkeit gedeihen zu lassen – probieren Sie doch mal, wie es vergangenen Samstag Fendts Stammkunde Ulrich Thielmann aus Waldshut tat. Sein vielsagender Kommentar: „Hmmm…“

Nachwuchs

 Wohlauf in der Sonne: unsere Geissen mit Nachwuchs

Duft von Käse

Marktmann rät zu gemütlicher Raclette-Runde

Käse ist ein Lebensmittel im besten Sinn. Guter Käse ist solcher, der ganz direkt aus frischer Milch, natürlichem Lab, Salz und manchmal auch frischen Kräutern sowie eventuell mit Hilfe spezieller nützlicher Bakterienkulturen hergestellt wird. Wenn dann auch noch die Grundstoffe aus biologischer Landwirtschaft stammen, wird das Ergebnis von Genussmenschen besonders geschätzt.
Milch ist in jedem Fall der Hauptgrundstoff jeglichen Käses, und da bei Herstellung und Reifung ein hoher Wasseranteil der Milch verschwindet, enthält Käse die guten Inhaltsstoffe der Milch in konzentrierter Form: Neben reichlich Kalzium sind es die sonst in der Nahrung relativ seltenen Spurenelemente Zink, Selen, Kupfer und Mangan.
Eine besondere Geschichte zu einem der Käse seines Angebots hat wieder einmal der Strittberger Biobauer Andreas Fendt auf dem Waldshuter Wochenmarkt. Er hält einen ganzen Laib hoch und erzählt, was es mit dem „Bühlertaler Dorfkäse“ auf sich hat: „1998 sollten zwölf Biobauern im Tal der Bühler im Landkreis Schwäbisch Hall ihre schöne Biomilch einfach in die ganz normale Produktion der Molkerei geben.“ Das geht anderen Biomilcherzeugern – auch in unserer Region, beispielsweise dem Ühlinger Breitwiesenhof – noch heute so, weil in der Tat zu viel Biomilch produziert wird. „Das wollten sie nicht, und die Dorfkäserei Geifertshofen wurde gegründet.“
Seitdem wird dort aus der Milch von zehn Bioland- und zwei Demeterhöfen Schnittkäse nach Original Schweizer Racletterezept hergestellt. Weil der auch vorzüglich kalt auf Brot schmeckt, wurde er nicht Raclette, sondern Dorfkäse getauft – aber Fendt empfiehlt ihn wärmstens für eine gemütliche Raclette-Runde an Weihnachten oder Silvester. Gerade am letzten Tag des Jahres gilt dieses Essen als hervorragende Grundlage für eine lange Partynacht…
Zur Information für alle Marktfans: Sowohl Heiligabend als auch Silvester ist in Waldshut und Tiengen Wochenmarkt. (c) Sigrid Lägel

Knackig und zum Anbeißen: Buntes Biogemüse

BZ-SERIE MARKTBUMMEL: Für Biobauer Andreas Fendt aus Strittberg ist öko logisch / Auch Brot und Käse im Sortiment

 

ST. BLASIEN (tab). Ein Wochenmarkt ist mehr als nur das etwas andere Einkaufserlebnis. Er ist Treffpunkt, Neuigkeitenbörse, Augenschmaus und Leckerbissen-Buffett. Seit 14 Jahren tischen inzwischen 13 Händler ihre unterschiedlichen Waren immer freitags im Herzen der Domstadt auf. Die Badische Zeitung geht auf Marktbummel und stellt die Beschicker ab heute in einer wöchentlichen Serie vor.
Knackig und bunt ist das, was Andreas Fendt den Domstädtern jeden Freitag serviert – und außerdem gesund: Obst und Gemüse aus biologischem Anbau. Doch damit nicht genug: „Bioware schafft Arbeitsplätze in der Region und bewahrt die Schöpfung“, sagt Andreas Fendt vom Biolandhof in Höchenschwand-Strittberg. 2003 hat er die Landwirtschaft mit acht Hektar auf 900 Metern Höhe und damit auch den Bioland-Stand auf dem St. Blasier Freitagsmarkt übernommen. Allein bewirtschaftet der leidenschaftliche Landwirt den Hof, der zu einer Jugendhilfeeinrichtung ausgebaut werden soll. „Da ich noch Kühe und Ziegen melken muss, fängt der Markttag für mich schon um 5.30 Uhr an“, erzählt Fendt. Ein Problem ist das für ihn nicht – schließlich freut er sich auf jeden Markttag in der Domstadt: „St. Blasien ist mein Heimatmarkt, sozusagen direkt vor meiner Haustüre.“
Die Verantwortung gegenüber seinen Kunden und der Natur bestimmt sein Warenangebot: Egal ob die Höchenschwander Bergtomaten aus seinem neuen Gewächshaus, Aprikosen, Paprika, Lauch, Pfirsiche oder Salat – alles wird nach den Bioland-Regeln angebaut. Die gelten auch für das frische Brot, das Fendt jeden Donnerstag für den Markt backt: „Da kommt nur Bio-Getreide rein.“ Besondere Schmankerl sind auch Fendts Ziegenkäsespezialitäten, die so manchem Stammkunde schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Und diese gesunden Geschmackserlebnisse sollen sich alle leisten können: „Familien mit geringem Einkommen oder auch Arbeitslose können bei mir Rabatt bekommen.“
Öko ist bei Andreas Fendt nicht nur am Marktstand Pflicht. Er erzeugt auf seinem Biohof Solarmstrom für die EWS Schönau und bezieht auch nur Ökostrom vom dort. Außerdem fährt sein Wagen, mit dem er im Winter die Abokisten an seine Kunden verteilt, mit Biodiesel.

Gewächshaus

Noch nicht bepflanzt, aber schon von weit her sichtbar: das Gewächshaus steht!!!

Sonnenbrot und Käse

Andreas Fendt aus Strittberg scherzt gern mit seinen Waldshuter Wochenmarktkundinnen, denen er seit neuestem neben vielen Käsesorten, darunter zehn verschiedene Ziegenkäse, nur noch „Sonnenbrot“ anbietet – ausschließlich mit regenerativer Energie gebacken. Foto: Lägel
 
 
Ein Zertifikat hängt seit neuestem am Marktstand von Andreas Fendt aus Strittberg. Darin bescheinigt ihm die Geschäftsführung der Schönauer „Energierebellen“, dass sein Bioland-Hof nun ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen und Kraftwärmekopplung bezieht. „Mein Brot wird mit der Sonne gebacken!“, strahlt der immer gut gelaunte Marktmann seine Kundschaft an.
Ständig sieht der Bioland-Landwirt von seinem Hof aus die Dampffahnen der regionalen Schweizer Atomkraftwerke. „Der Ärger darüber war mit ein Anlass, mich für den Bezug umweltfreundlicher Energie zu entscheiden“, sagt der Mann, der demnächst zusätzlich über eine der größten Photovoltaikanlagen der Region Höchenschwand verfügen (für Insider: 22 kWp) und damit den gesamten Bedarf des Hofs selbst ins Netz einspeisen wird. „Und weil die Elektrizitätswerke Schönau einen Förderbeitrag bezahlen, gebe ich deren Kundschaft das Brot zum alten Preis.“ Atomstrom ist billiger, deswegen muss Fendt sein „Sonnenbrot“ jetzt um etwa zehn Cent je Laib teurer verkaufen: Die nötige Kilowattstunde Energie fürs Mahlen des Biomehls in eigener Mühle und das anschließende Backen ist nun pro einzelnes Brot doppelt so teuer.
Auch die Zutaten kosten wesentlich mehr: Die Bioreal-Hefe und das ausschließlich verwendete Atlantikmeersalz zum Beispiel, und das Kilo Biolandmehl schlägt mit 80 Cent (gegenüber 30 bei „normalem“) zu Buche. Trotzdem ist der Brotpreis bei dem Strittberger Biolandwirt auch weiterhin nur geringfügig höher als bei konventionellen Bäckern. Wer das schmackhafte Brot, die auch als „Sonnenrad“ angebotenen Brötchen, Dinkelweckle oder Körnerstangen nun einmal versuchen möchte: Die zahlreichen Käsespezialiäten des Strittbergers seien dazu empfohlen. Ziegenkäsefans finden hier zum Beispiel zehn Sorten von ganz jung (am Vortag selbst hergestellter Frischkäse) bis rund drei Monate gereifter Spezialitäten.