Zünftiges Vesper vom Biohof


Alles für ein zünftiges Vesper an einem Marktstand besorgen – das gibt es bei Andreas Fendt, der in Strittberg einen Biohof betreibt, samstags auf dem Waldshuter Wochenmarkt. Krosses Brot und Vollkornwecken, Dinkelseelen, Butter, vielerlei Käsearten und neuerdings sogar reine Ziegensalami sind im Angebot. Auch frisches Obst und Gemüse wird am Stand verkauft, das gehört für den Bioland-Betrieb einfach dazu.

Besonders fallen die netten kleinen Portionskäse ins Auge – zuallererst die niedlichen runden Ziegenfrischkäse. Bunt belegt sind sie mit 20 verschiedenen getrockneten Blüten, die die reinweiße Masse nicht nur zieren: Die Blüten bringen mit ihren Farben ein paar sekundäre Pflanzenstoffe ins Spiel, die wir für eine ordentliche Funktion aller Körperzellen neben Vitaminen dringend brauchen. Eine Kundin, die sich eben zwei der kleinen Laibe einpacken ließ, schwärmte vom tollen Geschmack: „Das ist etwas ganz Besonderes, wenn ich sie über gegrilltem, noch heißem Gemüse zerlaufen lasse.“ Wenn das Gemüse aus Topf oder Pfanne komme und Flüssigkeit gezogen habe, riet sie weiter, binde der feine Käse die Sauce ein wenig. „Einen Tipp habe ich aus der Provence mitgebracht: Leicht erwärmter Ziegenkäse mit etwas Honig ist zum Dessert ein Genuss.“ Weiter geht es mit Mozzarellakugeln, die wie kleine Säckchen geformt und auch so bräunlich wie Sackleinen gefärbt sind. Dieser Käse ist aus Kuhmilch hergestellt. Die kleinen Laibe bekommen ihre Farbe durch ein spezielles Räucherverfahren. Schnittkäse gibt es natürlich auch, und eine besonders beliebte Sorte, der Heggelbacher Alpkäse, soll demnächst in einer weiteren, 16 bis 18 Monate gelagerten Variante zu haben sein.

„Diese Ziegensalami haben wir neu im Angebot“, erklärte die Verkaufshelferin. „Andere Salamis haben meist trotz ihrer eindeutig klingenden Namen einen gewissen Anteil an Schweinefleisch. Unsere ist zu 100 Prozent aus Ziegenfleisch und deswegen sehr mager. Die Ziegen stammen vom Hof in Strittberg, die Würste stellt eine Waldshuter Bioland-Metzgerei für uns her.“ Und sie schmeckt vorzüglich, sei hinzugefügt, ist mild und aromatisch.

Ach ja, und nicht zu vergessen: Auch fürs Sonntagsfrühstück ist am Fendt’schen Stand bestens gesorgt: Abgesehen von Vollkornwecken und Dinkelseelen gibt es auch Butter- und Laugencroissants sowie Schokocroissants.

Tipp: Beim Heimkommen die Papiertüte samt Inhalt in eine gelochte Plastiktüte geben und am Sonntagmorgen die Gebäcke kurz mit der unterm Wasserhahn befeuchteten Hand abwischen, auf dem Brötchenröster des Toasters von beiden Seiten kurz aufbacken – schmeckt fast wie frisch aus dem Backofen.

Sigrid Lägel

(c) Südkurier